Herren II mit 9:5-Pflichterfolg in Steinfurth

Beim Gastspiel beim mit zwei Zählern abgeschlagenen Tabellenletzten in Steinfurth war ein deutlicher Sieg erwartetes Soll, auch wenn in der Aufstellung Ralf, Markus J., Markus M., Jürgen und Arndt Thommy ersetzt werden musste. Dank gilt Helmut Rickerich für seine Bereitschaft, am Abend des Faschingsdienstags anzutreten. Obwohl auch bei Steinfurth IV die Nummer 2 fehlte wurde es viel spannender als gedacht und als es das Endergebnis ausweist.

 

Als Doppel 1 hatten Ralf und Jürgen zwar mit einem Stolperer im zweiten Satz noch einmal Mühe, wieder in Tritt zu kommen, doch mit 11:6 im dritten waren sie wieder in der Spur und retteten im vierten ein 15:13 zum ersten Punkt für die Gäste. Die Namensvetter hatten eine zähe Prüfung zu bestehen, konnten aber das Doppel 1 der Heimmannschaft über die volle Distanz bezwingen. Ein beidseitig mit Noppen belegter „Störer“ konnte die Angriffsbemühungen der "Marküsse" wirksam eindämmen und damit zugleich seinen offensiv agierenden Partner gut ins Spiel bringen, da dieser nicht zwingend unter Druck gesetzt werden konnte und somit Zeit hatte, eigene Aktionen anzu- und erfolgreich umzusetzen. Doch mit Ruhe behielten die SG-Recken irgendwie die Oberhand. Arndt und Helmut mussten die Überlegenheit des Gegners anerkennen.

 

In der Folge siegte Ralf nach 2:0-Führung erst im fünften Durchgang - mit 6:11 dann doch deutlich. Markus J. erfuhr, dass die Offensivkünste der Steinfurther Nummer 1 im Einzel kaum schlechter als im Doppel waren, und zog in vier Sätzen den Kürzeren. So war es an der Mitte, die knappe Führung auszubauen. Jürgen lieferte ebenso in vier Sätzen wie Markus M., der nach einem 6:6 im ersten Satz fünf Punkte in Folge abgab, doch den kleinen Betriebsunfall mit dann 11:6, 11:6 und 11:4 ruhig und sicher heilte. Gesundheitlich sichtlich angeschlagen verlor Arndt wehrlos, und Helmut brachte sein Spiel nicht durch, sodass die Führung vor dem zweiten Einzelumlauf mit 5:4 äußerst knapp und ein enger weiterer Verlauf zu erwarten war.

 

Im vorderen Paarkreuz änderte sich quasi nichts. Ralf siegte im Spitzenspiel gegen die erneut stark auftretend Top-Kraft der Heimmannschaft mit Disziplin und Konsequenz, während Markus J. nach gewonnenem ersten Durchgang zunehmend aus dem Tritt kam und nach vier Sätzen dem Kontrahenten gratulieren musste. Somit hatten die Jungs in der Mitte die gleiche Aufgabe wie zuvor, nämlich endlich etwas Distanz zwischen die konkurrierenden Truppen zu bringen. Ein ganz gut aufgelegter Markus M. gewann zwar nicht souverän, jedoch ungefährdet ohne Satzverlust, und Jürgen lieferte das wohl kurioseste Spielende seit langem: Nach Verlust der ersten beiden Sätze mit 9:11 und 4:11 kam er mit 11:6 und 12:10 zurück, lag im fünften stets zurück, bis er beim Stand von 8:10 einen "Fuchs" hatte und der Gegner anschließend einen leichten Fehler im Angriffspiel in aussichtsreicher Lage machte. Bis zum 13:12 agierten beide bei Totenstille in der Halle äußerst vorsichtig; im dann letzten Ballwechsel der Begegnung kam Jürgen arg in Bedrängnis und wischte einen eigentlich tödlichen Top-Spin seines Opponenten mit einer einer Ohrfeigenverteilung ähnelnden fahrigen Bewegung (wohl mit der Schlägerkante) hoch zurück. Der Ball traf kurz hinter dem Netz auf, Jürgen suchte den Ball, der Gegner hatte den Ballwechsel schon gedanklich beendet, schnellte nochmal heran und trümmerte das Spielgerät auf die Netzkante, von wo der Ball nur Zentimeter neben die Platte fiel. Raunen, Kopfschütteln und Stöhnen ging durch die Reihen der Akteure. Arndt hatte jetzt die Pflicht, das Glück nicht mehr fallen zu lassen, sondern zum doppelten Punktgewinn zu veredeln. In seiner Bewegungsfähigkeit deutlich eingeschränkt, aber mit unbändigem Willen sowie vorzeigenswerter Kampfkraft blieb er nach verlorenem ersten Satz im Spiel und konnte sein "Material" zur Verwirrung des Konkurrenten wirksam einsetzen und siegte mit 16:14, 11:7 sowie 11:6. Chapeau!

 

Wie der Spielverlauf und die knappe Satzbilanz von 28:25 zugunsten der Protagonisten der SGR zeigen, war es entgegen der objektiven Erwartung aufgrund der tabellentechnischen Voraussetzung ein zähes Ringen bis der Sieg unter Dach und Fach war. Mit allen Leuten auf Seiten der Rodheimer gesund an Bord wäre der Spielverlauf vermutlich ein anderer gewesen, doch es muss halt auch mal über den Kampf gehen und dieser muss dann auch angenommen und bestanden werden, soll auch gegen vermeintlich schwächere Teams, die mit der Einstellung, ohnehin nichts zu verlieren zu haben, aufspielen, gepunktet werden. Dies gelang toll zum Ausklang der tollen Jahreszeit.