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17 000 Pixel für den Traum vom Vereinsheim
Rosbach-Rodheim v. d. H. (sky). »Wir brauchen einfach eine Super- idee, um das Geld für unsere neuen Vereinsräume im Sportzentrum Rodheim zusammenzubekommen«, waren sich die Mitglieder der SG Rodheim einig. Sebastian und Florian Brams, Udo Schreiter, Reinhard Steinert und Christian Kessler von der Abteilung Tischtennis - alle fünf Computer-Freaks - brauchten nicht lange zu überlegen, um diese Aufforderung in die Tat umzusetzen.
»Wir hatten im Internet gesehen, dass zum Beispiel bei großen Fußballvereinen der Kauf von Spielern über den Verkauf von Bausteinen auf einer ›Pixelseite‹ finanziert wird«, sagt Sebastian Brams. Flugs setzten sich die fünf IT-Experten zusammen und gestalteten eine Bausteinseite, auf der das Areal des neuen Sportzentrums grafisch dargestellt ist, und auf der man sich unter 17 000 Rastersteinchen ein geeignetes Plätzchen aussuchen kann. Auf www.sgrodheim.de kann man dann Firmenwerbung oder private Mitteilungen platzieren. Mindestens 15 Euro Einsatz für ein Kästchen sind gefragt. »Die ersten 25 Käufer, die Bausteine im Wert von 150 Euro oder mehr kaufen, erhalten einen SG-Schal dazu«, wirbt Vereinschef Hans-Jügen Gornik. Seit gut einer Woche ist die Seite online, und die Resonanz kann sich sehen lassen: 1000 Bausteine haben bereits einen neuen, virtuellen Besitzer gefunden. Bei jährlich rund 60 000 Lesern der Internetseite der SG ist sich Brams sicher, das Weitere dazukommen.
»Früher wurden bei ähnlichen Aktionen außerhalb des Internet Bausteine verkauft, deren Besitzer sie hinterher nur noch daheim im Kämmerlein aufbewahrt haben«, sagt Gornik. Er hält die Transparenz durch die neuen Medien für begrüßenswert - und sieht bereits den Erfolg: »Wenn eine Firma früher einen stattlichen Betrag gespendet hat, wurde das oft kaum wahrgenommen.« Heute hätten die gleichen Spender bei der SG die Möglichkeit, ihre Spende durch eine entsprechende Gestaltung der Pixel-Seite auch sichtbar zu machen und bei jedem Aufruf der Seite präsent zu sein.
Auch Privatleute sollten sich angesprochen fühlen: »Schon gegen eine geringe Gebühr kann man sich mit Bild und Text auf einer Fläche des Bauplans verewigen«, heißt es in einem Rundschreiben. Über ein Fenster kann der Besucher der Seite erfahren, wer oder was sich hinter dem Pixel verbirgt. Grüße oder gute Wünsche erreichen auf diese Art zahlreiche Adressaten.
Der Weg, um bei der SG Rodheim einen virtuellen Baustein für die neuen Vereinsräume zu erwerben, besteht aus fünf Schritten: Sobald man den Menüpunkt »Kaufen« erreicht hat, muss man die Fläche auswählen, danach den Text oder eine Grafik eingeben, bestätigen und den Betrag überweisen.
Gornik und seinen Vereinskameraden hoffen nun, dass sich möglichst viele Interessenten ein Lieblingsplätzchen auf dem sorgsam gepixelten Areal des Sportzentrums aussuchen werden. »So wird unser Traum von einem neuen Vereinsheim real, und jeder darf mitträumen.«
Über 2000 Arbeitsstunden
Die fünf Tischtennisspieler, die weit über 2000 Arbeitsstunden ehrenamtlich investiert haben, um die Bausteinseite zum Laufen zu bekommen, wissen, dass ihre Arbeit längst noch nicht beendet ist. »Wenn die Sache weitergehen soll, bedarf sie einer ständigen Weiterentwicklung und Pflege«, sagt Florian Brams. Alle geben zu, dass es in der Entwicklungsphase schwierige Zeiten gegeben habe, »wo einem vor lauter Arbeit manchmal auch die Lust vergangen ist«. Das ist nun vorbei: Mit einem »Auf geht’s, holt Euch Eure Bausteine«, fordert der Vereinsvorstand Mitglieder, Freunde und Gewerbetreibende zum Mitmachen auf.

